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Juni 2019

Bewohnerurlaub 2019

13.05.2019

Der Harz - ein harter Brocken

Der Bewohnerurlaub 2019 führte uns uns in den Harz, denn diese Region Deutschlands haben wir bislang noch nicht heimgesucht. Unser Quartier war das Gutshaus Baumann, ein altes, aber top renoviertes Landhaus, dass mit großen Gängen, Zimmern und Gemeinschaftsräumen auch für Rollstuhlfahrer gut geeignet war. Der Ankunftstag am Montag bescherte uns noch jede Menge Sonnenschein, so dass wir im großen Hausgarten am See ein paar wärmende Strahlen erhaschen konnten. Der Dienstag führte uns dann zur Schauhöhle "Heimkehle", ein riesiges Labyrinth aus Gängen und Hallen, 700 Meter Strecke, komplett mit den Rollstühlen befahrbar. In der Höhle wurde dareinst Kalk abgebaut und während des Krieges mussten Zwangsarbeiter unterirdisch Stoßdämpfer für die Junkers-Flugzeuge der Deutschen Wehrmacht produzieren. Wieder ans Tageslicht zurückgekehrt, erwartete uns ein bedeckter Himmel, so dass wir den schönen Biergarten der Höhlen-Gaststätte nicht nutzen konnten. Aber auch innen haben wir gut gespeist. Am darauf folgenden Tag war die Traditionsbrennerei Nordhausen unser Ziel. Dort erfuhren wir, dass bereits seit fünfzehnhundertdunnemal in Nordhausen Schnaps gebrannt wurde. Das aus der Werbung bekannte Huhn pickte schon zu DDR-Zeiten begeistert am Nordhäuser Doppelkorn. Die Führung endete mit einer Verkostung verschiedener Schnäpse und Liköre. Leicht schwankend ging es dann in den Ort Nordhausen, wo wir vorerst zu Mittag aßen und anschließend noch das Einkaufszentrum besuchten, um Andenken für die lieben Daheimgebliebenen zu besorgen. Der Donnerstag dann war ganz dem Brocken gewidmet. Und das war tatsächlich ein harter Brocken, denn das Wetter war grausam, nasskalt, neblig, regnerisch und einfach nur schlimm. Mit der Pferdekutsche ging es in zweieinhalb Stunden hinauf auf den höchsten Berg im Harz. Teilweise mussten die Fußgänger (Mitarbeiter) absteigen, weil die Pferde mit der Steigung Probleme hatten. Am Gipfel angekommen, hatte niemand so wirklich Lust die Kutsche zu verlassen, und so holten wir vom Brockenwirt als Imbiss Bockwürste mit Brötchen, die wir im Gefährt zu uns nahmen. - Frostige Erinnerungen, aber wie im richtigen Leben: im Nachhinein ein tolles Abenteuer! Am Abend gab es dann noch einmal ein Menü-Essen im Quartier. Insgesamt waren wir durch unsere Küchenkräfte bestens versorgt. Auf der Rückfahrt in die Heimat machten wir noch einmal bei der IKEA Erfurt halt. Für die Bewohner unseres Hauses war auch dies noch einmal ein Highlight, denn das Möbelhaus hat ja doch ein besonderes Flair, das man im Altenheim so nicht hat. Als letztendlich alle wieder gesund und gut gelaunt im heimatlichen Hafen in Ludwigsstadt einliefen, gab es natürlich viel zu erzählen. Die reiselustigen Senioren fieberten sogleich dem nächsten Urlaub im Jahr 2020 entgegen.